Deutsche PR-Profis halten Medien für "sensationslüstern"
Deutsche PR-Leute scheinen die heimischen Medien deutlich kritischer zu beurteilen als ihre Kollegen in England und den Vereinigten Staaten. Diesen Schluss legen die Ergebnisse einer (nicht-repräsentativen) globalen Umfrage der Kommunikationsberatung Gartner Communications nahe.
So bewerteten fast 60% der befragten deutschen PR-Profis die grundlegende Haltung hiesiger Medien als „sensationslüstern“, während die Mehrzahl der Kollegen in England (53%) und den USA (57%) die Haltung dortiger Medien für „ausgewogen“ halten.
Auch was ethische Grundsätze auf Medienseite anbetrifft, zeigen sich deutsche Öffentlichkeitsarbeiter deutlich skeptischer als ihre angelsächsischen Pendants. 74% der befragten Deutschen glauben, dass redaktionelle Berichterstattung als Gegenleistung für Anzeigenschaltungen mehr oder weniger gängig sei, während 53% in den USA und 62% in England glauben, dies sei für Medien inakzeptabel; die Veröffentlichung privater Informationen ohne Zustimmung der Betroffenen halten 57% der deutschen Befragten für in Redaktionen „mehr oder weniger“ akzeptiert, während 71% in den USA diese Praxis für inakzeptabel halten. Auch der „journalistische Filter“ ist in Deutschland vermeintlich durchlässiger: 50% der befragten deutschen PR-Profis sagen, dass regelmäßig Pressemitteilungen ohne wesentliche Veränderungen abgedruckt würden, während drei Viertel der Kollegen in England und den USA dies für unüblich halten.
Im Gegenzug ist die Selbsteinschätzung der deutschen PR-Schaffenden deutlich positiver. Die Hälfte der deutschen Befragten glaubt, Journalisten würden PR-Leute in erster Linie als „professionelle Ansprechpartner“ sehen, während sich 50% der amerikanischen und 60% der englischen PR-Profis keinen Illusionen hingeben, was sie in den Augen der Medien seien: ein „notwendiges Übel“.
Zur Umfrage:
Gartner Communications hatte zwischen Oktober 2011 und Januar 2012 insgesamt 130 PR-Profis aus 36 Ländern online über www.surveymonkey.com befragt. Darunter waren Deutschland mit 32, die USA mit 25 und England mit 16 Teilnehmern repräsentiert. Eine (englische) Zusammenfassung der Studie kann per Email an beratung@gartnercommunications.com angefordert werden.
Kommunikatoren sind nicht auf Social-Media-Krisen vorbereitet
Obwohl Unternehmenskommunikatoren die hohe Bedeutung von Social Media in Krisensituationen erkennen, sind die wenigsten auf Attacken im Internet vorbereitet. Diesen Schluss legt eine internationale Umfrage der Kommunikationsberatung Gartner Communications aus dem Sommer 2010 nahe.
Die befragten Kommunikationsprofis auf Unternehmensseite bewerteten die Wichtigkeit von Social Media in Krisensituationen durchschnittlich mit sieben auf einer Skala von eins bis zehn, und zwei Drittel glauben, dass diese Bedeutung weiter zunehmen wird. Nur 20 Prozent der Befragten jedoch verfügen über definierte Strukturen und Prozesse zum Krisenmanagement von Social Media. Zum Vergleich: 85 Prozent sind auf den Umgang mit traditionellen Medien professionell vorbereitet.
PR-Agenturen sind den Unternehmen einen Schritt voraus. Immerhin über 60% der Agenturen, die an der Umfrage teilnahmen, bieten nach eigenen Angaben ihren Kunden definierte Prozesse zum Umgang mit Social Media in Krisensituationen an.
Zur Umfrage: Zwischen dem 16. Juli und dem 12. August füllten 91 PR-Profis aus Unternehmen und Agenturen in 31 Ländern, die überwiegende Mehrzahl davon in Führungspositionen, einen Online-Fragebogen auf www.surveymonkey.com aus.
Der komplette Report ist abrufbar per Email an ulrich.gartner@gartnercommunications.com



